Fairtrade-Schilder an der Staatsstraße
Gemeinde Anger präsentiert sich nun öffentlich sichtbar als Partner des fairen Handels
Anger – Sicherlich hat schon der eine oder andere Autofahrer auf der Staatsstraße 2104 an den Ortseingängen von Anger und Aufham am Ende der Adventszeit ein neues Schild entdeckt: „Fairtrade-Gemeinde-Anger“ ist die Aufschrift, zudem sind die Silhouette des Angerer Dorfplatzes und das blau-schwarz-grün gehaltene Fairtrade-Logo zu sehen.
Was hat es damit auf sich? Anger ist bereits seit Sommer 2022 Fairtrade-Gemeinde. Um dies noch sichtbarer für die Öffentlichkeit zu machen, wurden nun auch Straßenschilder angeschafft. Die Zeichnung des Angerer Dorfplatzes im speziell für Anger modifizierten Fairtrade-Town-Logo stammt vom Höglwörther Künstler Rupert Nagl. Offizielle Siegelverleihung war bei der Auftaktveranstaltung beim Neuwirt in Aufham im Oktober 2022.
Bei der Anbringung der Schilder an den Ortseingängen wurden die Steuerungsgruppe der Fairtrade-Gemeinde und der Eine-Welt-Kreis Anger durch Bürgermeister Markus Winkler tatkräftig unterstützt: Dieser hatte sofort zugesagt, dass die Gemeinde die Kosten sowie die Montage übernehmen würde. Da es für diese Art der Beschilderung kein Standardverfahren gibt, wurden zunächst andere Fairtrade-Gemeinden angefragt. Im Berchtesgadener Land haben bereits seit einigen Jahren die Gemeinde Ainring und die Stadt Bad Reichenhall Fairtrade-Schilder am Ortseingang.
Parallel dazu wurde mit dem Bürgermeister abgestimmt, wo die Schilder aufgehängt werden dürfen. Hierfür boten sich die beiden bereits vorhandenen Masten mit den grünen Agrarschildern für die gentechnikfreie Gemeinde Anger an.
Die Herstellung der Schilder wurde unkompliziert und schnell durch Michael Goldbrunner aus Anger umgesetzt. Bei der Vorabsprache berichtete dieser, dass er vor Jahren auch die Agrarschilder hergestellt habe.
Was heißt es nun konkret, „Fairtrade-Gemeinde“ zu sein? Bereits seit Jahren werden in Anger ehrenamtlich Fairtrade-Produkte verkauft: sei es beim Kirchenverkauf, beim Pausenverkauf in der Grundschule, beim Künstler- und Handwerkermarkt auf der Fürmannalm, oder – wie zuletzt – auf dem Christkindlmarkt. Oder auch in Geschäften wie der Bäckerei Wolfgruber und dem Blumenladen Blütenzauber. Zum Sortiment gehören durchgehend qualitativ hochwertige Produkte wie beispielsweise Kaffee, Tee sowie Schokolade, aber auch Brotaufstriche oder Mangopüree. Zu besonderen Anlässen werden außerdem fair gehandelte Rosen verkauft.
Darüber hinaus werden im Rahmen der Fairtrade-Gemeinde auch Veranstaltungen umgesetzt: Im Frühjahr 2025 fand ein Vortrag zu einem Trinkwasserprojekt in Kamerun statt, und jährlich wiederkehrend wird das Pfarrhofcafé am Kirchweihsonntag organisiert. Auch für das neue Jahr gibt es bereits Ideen, sich bei der Ferienbetreuung und mit einer Gemeindewette zu engagieren.
Die Unterstützer der Fair-Trade-Gemeinde Anger freuen sich über weitere Geschäfte oder Gasthäuser, die Fairtrade-Produkte verkaufen oder nutzen möchten, sowie auf zusätzliche Ehrenamtliche. Veronika Mergenthal
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Einige Unterstützer des fairen Handels aus der Fairtrade-Gemeinde Anger vor dem neuen Schild in Aufham (hinten v.li.): Veronika Mergenthal, Bärbel Lackner, Elisabeth Zaha, Zhelyaska Grundner sowie (vorne) Johanna Edjlal. Foto: Mergenthal





